Ablauf systemischer Aufstellungen

Ausgangspunkt einer Systemischen Aufstellung bildet Ihr Anliegen als Klient*in, das ich im Rahmen eines lösungsfokussierten Interviews erhebe.

Ein solches Anliegen könnte sein:
> Wunsch nach Unterstützung in Entscheidungssituationen
> Wunsch nach beruflicher Veränderung
> Wunsch nach einer erfüllten Partnerschaft und Familie

Obwohl eine Aufstellung meist mit einem kurzen Vorgespräch beginnt, in dem Sie Ihr Anliegen schildern, werden die Lösungsansätze nicht primär im Gespräch, sondern vor allem aus der Aufstellung entwickelt – das heißt, durch die räumliche Darstellung eines Systems mit Hilfe von Repräsentanten, auch Stellvertreter genannt. Dies sind reale Personen oder auch Figuren, welche stellvertretend für die verschiedensten Aspekte Ihres Anliegens aufgestellt werden. Die Repräsentant*innen sollen keinem vorher überlegten Bild nach aufgestellt werden, sondern spontan, intuitiv und dem Gefühl entsprechend.

Nun spüren sich die Stellvertreter*innen an ihren Plätzen ein und geben anschließend Auskunft zu ihrem Wohlbefinden. Diese Äußerungen der Repräsentant*innen bezüglich ihrer Körperwahrnehmungen und Gefühle an den jeweiligen Plätzen dienen mir als Aufstellungsleiterin als grundlegende Hinweise für meine Interventionen. Die so genannte „repräsentierende Wahrnehmung“ der Stellvertreter*innen ist laut Varga von Kibéd das zentrale gemeinsame Moment aller systemischen Aufstellungsformen. Auch für Sie als Klient*in geht es bei einer Aufstellung vor allem darum, zu spüren, zu erleben, sich berühren zu lassen und erst zweitrangig um das verstandesmäßige Begreifen.

Durch die von mir angeleitete Prozessarbeit – also durch Positionswechsel der Stellvertreter*innen, durch so genannte „lösende Sätze“ oder Rituale – können Sie erleben, wie Veränderung in einer scheinbar festgefahrenen Situation möglich wird und wie sich eine neue Wirklichkeit anfühlen könnte. So werden neue Handlungsmöglichkeiten sichtbar.

Dauer: Eine von mir geleitete Aufstellung dauert zwischen 60–120 Minuten.


In welcher Haltung werden Systemische Aufstellungen geleitet?

Die Methode der Systemischen Aufstellung folgt den Grundsätzen der Absichtslosigkeit, der Wertschätzung und Achtung der Selbstbestimmtheit der Klient*innen. Statt eigene Veränderungsvorstellungen und -intentionen zu verfolgen, begleitet die Aufstellungsleiterin absichtslos und ohne vorgefertigtes Bild den Aufstellungsprozess.

Varga von Kibéd und Sparrer haben im Rahmen ihrer Systemischen Strukturaufstellungen die Bezeichnung der „Gastgeberin“ geprägt. Dieser Ausdruck verdeutlicht die Haltung der Aufstellungsleiterin, wonach sie nicht „Macherin“ des Prozesses, sondern vielmehr „Dienende“ ist: Sie hat vor allem die Aufgabe, die repräsentierende Wahrnehmung, die sich als Gruppenphänomen zeigt, achtungsvoll durch kunstfertige Interventionen zu unterstützen.

Der Aufstellungsleiterin wird kein Expertenwissen bezüglich der Lebenswirklichkeit der Klient*innen zugesprochen. Der Klient ist ganz im Sinne der lösungsfokussierten Arbeit Experte für sein System. Die Aufstellungsleiterin – oder Gastgeberin – gilt als Expertin für den Prozess des absichtslosen Begleitens und wacht darüber, dass diese Maxime während des Aufstellungsprozesses eingehalten wird.